Björn Satorius und Lina Meter gewinnen den DMSB-Rallye-Cup

Björn Satorius und Lina Meter gewinnen den DMSB-Rallye-Cup


In nervenaufreibendem Finale bei der Rallye Baden-Württemberg erfolgreich

Zu Beginn des Jahres hatte sich Björn Satorius Gedanken über seine Saisonplanung gemacht. Aufgrund der beruflichen Verpflichtungen im elterlichen Autohaus war es unmöglich geworden, ein so zeitintensives Rallyeprogramm absolvieren zu können wie noch zu Zeiten des ADAC-Opel-Rallye-Cups. Da kam es ganz gelegen, dass der DMSB im letzten Jahr eine Serie mit Tagesveranstaltungen (Rallye-70) ins Leben gerufen hatte, den DMSB-Rallye-Cup. Dieser Cup wird in zwei Regionen ausgetragen und im Süden sind neben unserer Nibelungenring-Rallye auch Veranstaltungen wie Kempenich, Oberehe oder Saarland auf dem Programm. Die standen sowieso schon auf der To Do-Liste. Also hatten sich Björn und seine junge Beifahrerin Lina Meter entschieden, diese Serie in Angriff zu nehmen.


Die Rallye Kempenich in der Nähe des Nürburgrings war der Auftakt. Und der ging schon auf der allerersten WP mit einem Getriebeschaden so richtig daneben. Null Punkte zum Auftakt. Auch der zweite Auftritt bei der Rallye Ostalb lief nicht wunschgemäß. Der 4. Platz im Gesamt klingt ja noch nicht einmal so schlecht. Aber die Autobahn-ähnlichen Power-Strecken waren den schnellen BMWs von Löffelhardt und Dörre wie auf den Leib geschneidert. Eigentlich starten diese ja in einer anderen Klasse. Aber da sonst kein anderer in deren Klasse genannt hatte, wurden die beiden mit Björns Klasse zusammengelegt. So war der 4. Gesamtrang leider auch nur Platz 4 in der Klasse, was keine sonderlich hohe Punktausbeute gebracht hatte.

Mit vollem Einsatz im Finale, der Rallye Baden-Württemberg

Trotz des bescheidenen Saisonstarts machten die beiden sich im April auf den Weg ins niederbayrische Tiefenbach, um die dortige Oster-Rallye in Angriff zu nehmen. Offensichtlich war Björn dort ein unbeschriebenes Blatt, denn er war bei der Startnummernvergabe noch nicht einmal unter den 15 gesetzten Teams. Umso überraschter war man in Bayern, dass Björn und Lina sich von Beginn an die Spitze gesetzt hatten und die Angriffe des Vorjahressiegers Jürgen Geist sowie des vielfachen Deutschen Rallye-Meisters Hermann Gassner und dessen ebenso renommierten Sohns Hermann Gassner-Junior locker abwehren konnten. So staunte man im tiefen Süden nicht schlecht, dass ein ungesetztes Team auf die oberste Stufe des Treppchens steigen durfte, um den ersten Gesamtsieg der Karriere zu feiern.


Nach einer längeren Pause ging es im August in die Eifel zur renommierten Traditionsveranstaltung, der Rallye Oberehe. Auch dieses Mal ging es aufs Siegertreppchen, doch die Freude war trotzdem nicht ungetrübt, weil man durch einen Plattfuß in der letzten WP den erhofften Klassensieg um hauchdünne fünf Zehntelsekunden verpasst hatte.


Tiefpunkt der Saison war die Rallye Hinterland. Nach 5 von 7 Wertungsprüfungen waren Björn und Lina mit über einer Minute Vorsprung vor dem Zweitplatzierten auf dem sicheren Weg zum nächsten Gesamtsieg. Aber anstatt den Vorsprung taktisch klug ins Ziel zu bringen, war Björn einen Moment unkonzentriert und riss sich beim Cutten an falscher Stelle das Traggelenk ab. Die Quittung: Null Punkte statt schon sicher geglaubter Gesamtsieg.


Beifahrerin Lina hatte nur 3 Wochen Zeit, ihren ziemlich demoralisierten Fahrer seelisch wieder aufzubauen. Denn es stand das Heimspiel, die Nibelungenring-Rallye, auf dem Programm. Und die Seelenmassage war erfolgreich. Wie entfesselt fuhr Björn auf seinen Heimstrecken „Zotzenbach“ und „Übern Berg“. Noch nicht einmal ein gebrochener Schalthebel konnte ihn bremsen. Mit 6 von 8 Bestzeiten wurde sogar der als unschlagbar geltende Rainer Noller mit deutlichem Abstand auf Platz 2 verwiesen. Der nächste Gesamtsieg war perfekt.
Letzter Vorlauf war die Saarland-Rallye, wieder ein Heimspiel, diesmal für die Beifahrerin Lina Meter. Und wieder gab es wie schon in Oberehe einen heißen Kampf um Zehntelsekunden, jetzt mit dem schnellen BMW-Fahrer Markus Löffelhardt, der wie schon bei der Ostalb wegen einer nicht vollen Klasse mit Björns Klasse zusammengelegt worden ist. Bei Halbzeit lag Björn mit einer Zehntelsekunde auf Platz 2 der Gesamtwertung. Alle anderen waren weit abgeschlagen. Vor der letzten Prüfung waren Björn und Lina wieder vorn und auf Gesamtsiegkurs. Doch in der letzten WP schlug der BMW-Fahrer noch einmal zurück und verwies unser Team mit knappen 1,5 Sekunden auf Platz 2. Wieder die volle Punktzahl knapp verpasst. In der Endabrechnung des DMSB-Rallye-Cup der Region Süd war das trotzdem die Führung mit 101 Punkten.


Es ist schon schade, dass man sich schon über einen zweiten Gesamtrang nicht so recht freuen konnte, denn vor dem abschließenden Endlauf ging der Blick in die Region Nord. Und hier waren es zwei Fahrer, die Titelambitionen hatten. Der Berliner Vorjahressieger Ken Milde (Mitsubishi EVO 8) verpasste beim letzten Lauf der Region Nord ebenfalls den anvisierten Klassensieg und kam somit auf einen Punktestand von 95,5 Punkten. Die beste Ausgangsposition hatte ein Routinier aus Schleswig-Holstein, der 58-jährige Günter Vogt. Er ist regelmäßig mit einem Fiat Punto in der Klasse G10 angetreten, einer Klasse, in der er lange nicht so starke Konkurrenz angetroffen hatte wie Björn. Für ihn gab es eher das Risiko, dass die Klasse nicht die Mindeststarterzahl von 3 erreicht hatte, um volle Punkte zu erhalten. Doch da war er ganz clever, denn seine Lebensgefährtin trat mit einem Golf immer in der gleichen Klasse an. Aber obwohl der Knigge eigentlich vorschreibt, dass man einer Dame den Vortritt lassen sollte, blieb sie bei jeder Rallye brav hinter ihm.
In dem vom DMSB veröffentlichten Punktestand vor dem gemeinsamen Endlauf wurde Vogt mit 126 Punkten gelistet. Der Sportleiter des Eberstädter Motorsportclubs, der sich in das Reglement genauestens eingelesen hatte, kam in seiner internen Rechnung aber auf ein anderes Resultat. Er nahm deshalb in der Woche vor dem Endlauf Kontakt mit dem DMSB auf und konnte den Verantwortlichen des Dachverbands überzeugen, dass unsere Rechnung die richtige war. Und so reduzierte sich die Punktzahl des Konkurrenten auf 111. In dem Telefonat mit dem DMSB wurde auch darüber gesprochen, wie peinlich es gewesen wäre, wenn dieser Fauxpas erst nach der Siegerehrung entdeckt worden wäre. Es wurde daraufhin seitens des DMSB zugesichert, dass die Punktvergabe im Vorfeld des Endlaufs noch einmal sorgfältig geprüft würde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die überglücklichen Sieger nach dem Gewinn des DMSB-Rallye-Cups

In der Zwischenzeit war Nennungsschluss beim Finale, der Rallye Baden-Württemberg. In der Klasse von Günter Vogt war außer dessen Freundin nur noch ein weiterer einheimischer Starter. Da dieser aber keine Punkte in den Vorläufen gesammelt hatte, würde der zweitplatzierte in der Wertung aufrücken. Das hieß im Klartext: Der Gruppe G-Fahrer aus dem hohen Norden hätte nur noch durchrollen müssen und vor seiner Freundin bleiben, hätte dann volle Punkte bekommen und unser Team hätte selbst bei einem Gesamtsieg keine Chance mehr gehabt. So weit, so gut. Aber das Leben findet halt nicht im Konjunktiv statt. Denn der Vertreter des DMSB hatte die Peinlichkeit, dass ihm ein Fehler nachgewiesen wurde, nicht auf sich sitzen lassen wollen. Er hatte alle Ergebnislisten der Vorläufe noch einmal genauestens überprüft. Und siehe da, bei einer Veranstaltung im Norden standen zwar die erforderlichen 3 Starter in der Klasse G10 in der Ergebnisliste. Damit wurden dem Reglement entsprechend bei Björns Konkurrenten die 25 Punkte für den Klassensieg halbiert. Und das hatte den Effekt, dass Björn Satorius und Günter Vogt jetzt punktgleich in den Endlauf gingen.


Diese Tatsache eröffnete zwar wieder Chancen, doch auch bei dieser Konstellation musste für unser Team wirklich alles passen, um das große Ziel doch noch zu erreichen. Björn und Lina legten gut los und mit zwei Bestzeiten übernahmen sie auch zwischenzeitlich die Führung in der Gesamtwertung. Aber ihr ständiger Konkurrent Markus Löffelhardt schob sich bei der Zwangspause wieder um eine winzige Zehntelsekunde an ihm vorbei. Erinnerungen an die Saarland-Rallye wurden wach. Auch hier war der BMW mit Björns Klasse zusammengelegt worden und auch dort gab es einen knappen Kampf um die Führung. Dazu kam noch, dass der bis dahin viertplatzierte Favorit Rainer Noller nach der Pause eine Serie von Bestzeiten hinlegte und an den beiden bis dahin Führenden vorbei zog. Dann aber verlor Löffelhardt in der sechsten von 9 WPs etwas Zeit und ist über 16 Sekunden hinter unser Team zurückgefallen.


Wie gut, wenn man in einer solchen Situation das Reglement kennt: Denn wenn man weiß, dass Rainer Noller als DMSB-gesetzter Fahrer nicht punktberechtigt ist und dass bei Punktgleichheit im DMSB-Rallye-Cup das bessere Ergebnis im Gesamt zählt, dann war klar, dass Björn und Lina der Titel nicht mehr zu nehmen wäre, wenn die Positionen so gehalten werden konnten. Das Team bekam die Anweisung, Noller ziehen zu lassen und den Vorsprung auf Löffelhardt in den letzten drei Prüfungen zu verwalten. Mit den Erfahrungen aus der Rallye Hinterland, dass taktisches Fahren doch eher zum Erfolg führt, wurden die letzten drei Prüfungen absolviert und der zweite Platz in Klasse und Gesamt sicher nach Hause gefahren.


Die Freude über den gewonnenen Titel war umso größer, weil man aufgrund der zunächst fehlerhaften Punktstände des DMSB schon überhaupt nicht mehr damit gerechnet hatte. Gratulation an Björn Satorius und Lina Meter, denen der Gewinn des DMSB-Rallye-Cup wirklich zu gönnen ist, weil sie sich trotz viel Pech und trotz härtester Konkurrenz in ihrer Klasse im Laufe der Saison immer mehr gesteigert hatten und damit absolut verdienter Sieger wurden

Darmstädter Echo vom 17.10.2017

Bestzeiten auch auch ohne fünften Gang

Von Udo Döring
MOTORSPORT Björn Satorius gewinnt 50. Nibelungenring-Rallye trotz abgebrochenem Schaltknauf

 

AFFOLTERBACH - Sommerwetter, reichlich Motorsportfans an der Strecke, ein spannendes Rennen, gekrönt von einem Heimsieg. Der Verlauf der 50. Nibelungenring-Rallye war eines Jubiläums würdig. Dieses Fazit gehörte auch zu den Dankesworten des Siegers. „Das ist eine der besten nationalen Veranstaltungen, die wir haben. Top organisiert und wunderschöne Prüfungen“, sagte Björn Satorius nach einem für ihn erfolgreichen, aber auch höchst spannenden Renntag.


 Der Bickenbacher und seine saarländische Co-Pilotin Lina Meter starteten mit drei Bestzeiten in die Rallye, dann folgte ein Schockmoment mitten in der Prüfung: der Schaltknauf brach ab. „Da ist in der Mittagspause erst einmal eine kleine Welt zusammengebrochen, aber wir haben das mit zwei Schlauchschellen wieder fixiert“, erklärte Satorius, der für den MSC Rodenstein Fränkisch-Crumbach startet. Der Schaltknauf hielt zwar, der fünfte Gang war aber nicht mehr verfügbar. Trotzdem ließ der Bickenbacher drei weitere Bestzeiten folgen und hatte am Ende 14,2 Sekunden Vorsprung auf den Nibelungenring-Seriensieger Rainer Noller (Abstadt) im Mitsubishi Lancer. Mit seinem Sieg festigte der in dieser Saison schon in Österreich erfolgreiche Satorius auch seine Gesamtführung im DMSB-Rallyecup, in dessen Rahmen die Saarland-Rallye als nächster Einsatz ansteht.
 Auch andere südhessische Teams holten beim Heimspiel starke Ergebnisse. So fuhren Matthias und Karin Hildenbeutel (Wahlen) den Klassensieg bei den Serienfahrzeugen ein. Auf Platz sieben der Gesamtwertung landeten Michael Schwöbel und Matthias Schwebel auf Mazda 323.


 Die Verantwortlichen der ausrichtenden Vereine IMS Schlierbachtal, MCE Darmstadt-Eberstadt, MSF Zotzenbach, MSC Überwald, MSC Weschnitztal, OMC Reichenbach und MSC Rodenstein zeigten sich mit dem Ablauf der Rallye höchst zufrieden. „Eine supergelungene Veranstaltung. Keine Unfälle und ein reibungsloser Ablauf“, lobte auch Fabian Kreim, der sich nicht nur als Kontrollfahrer auf den Prüfungen einbrachte.
Meister Fabian Kreim bringt Rat und Schotter ein


 Der Deutsche Meister war schon beratend und aktiv bei der Streckengestaltung tätig. So sorgte der Fränkisch-Crumbacher mit dafür, dass auf der ersten Prüfung zwölf Tonnen Schotter verarbeitet wurden. Ein für Rallyes dieser Preisklasse höchst seltener Untergrund, der bei den Teilnehmern sehr gut ankam. „Wenn möglich, würde ich mich in Zukunft gerne noch mehr einbringen“, sagte Kreim, der an diesem Wochenende bei der Drei-Städte-Rallye einen zweiten Meistertitel perfekt machen will. Dafür nahm er reichlich gute Wünsche aus Affolterbach mit, wo Teilnehmer und Fans am Ende eines spannenden Renntages gerne seinen Erzählungen aus dem Rallyeleben lauschten.

 

Rallye Magazin: vom 17.10.2017 / Sascha Dörrenbächer

Satorius gewinnt die 50. Nibelungenring-Rallye

Björn Satorius und Lina Meter dominierten im Subaru Impreza WRX STI bei goldenem Oktoberwetter die Jubiläumsausgabe der Nibelungenring-Rallye und verwiesen die Mitsubishi Paarungen Rainer Noller und Marcus Poschner, sowie Jörg und Marcel Schuhej auf die Plätze.

Mit sechs von acht Bestzeiten überlegener Gesamtsieger

Einmal mehr stellte die VG Nibelungenring-Rallye eine top organisierte und höchst anspruchsvolle Rallye auf die Beine, die nach Rallye 70 Format über 8 WPs mit 55 Kilometer auf Bestzeit führte. Darunter gleich zum Auftakt ein neuer Rundkurs mit 80 Prozent Schotteranteil, was das Herz bei vielen Teilnehmern und den Zuschauern höher schlagen ließ. Dazu gesellten sich die klassischen Prüfungen „Übern Berg“, „Zotzenbach“ und der Rundkurs „Überwald“. Über 100 Fahrzeuge zeigten im Feld der Bestzeitwertung, der Sollzeitwertung und einer erlesenen Auswahl an historischen Fahrzeugen dazwischen Rallyesport auf hohem Niveau. Das Rallyezentrum in Affolterbach ließ ebenfalls keine Wünsche offen und Petrus rundete mit bestem Spätsommerwetter eine fast unfallfreie verlaufene Veranstaltung ab.


Von Beginn an gaben Björn Satorius und Lina Meter ihrem nach Gruppe F Reglement aufgebauten Subaru Impreza WRX STI ordentlich die Sporen und setzten sich mit drei Bestzeiten in Folge vom Feld ab. Selbst ein abgerissener Schalthebel in WP4 und der Ausfall des 5. Ganges bremste den Vorwärtsdrang nur unwesentlich. Noch vor dem Regrouping reparierte das Duo provisorisch mit Schraubenschlüssel und Schlauchschelle innerhalb der 15 Minuten Karenzzeit. Auch im zweiten Durchgang leistete sich das Duo keine Schwäche und fuhr mit 14,2 Sekunden Vorsprung den Gesamtsieg ein: „Mit diesem Sieg zu Hause geht für mich ein Traum in Erfüllung! Mein größter dank geht an Lina, die mich nach dem Ausfall bei der „Hinterland“ aufbaute und einmal mehr einen super Job an diesem Wochenende machte! Ohne sie hätten wir das Ding nicht gewonnen“, strahlte Satorius bei der Siegerehrung am Abend.


 Rainer Noller und Marcus Poschner steigerten sich im zweiten Durchgang deutlich und setzten auf dem Schotterrundkurs die Bestmarke, mussten sich nach etwas verhaltenem Start dieses Mal mit dem zweiten Rang begnügen. Auf Platz drei strahlten Jörg und Marcel Schuhej mit den Gesamtsiegern um die Wette: „Das war unser erster gemeinsamer Start und Marcel hat seinen Job auf dem heißen Sitz hervorragend gemeistert“, zeigte sich Jörg in bester Laune. Auf dem vierten Rang folgte mit Frank und Inge Herrmann ein weiterer Mitsubishi Lancer Evo. Die beiden Mitfavoriten Peter Scharmach (Mitsubishi) und Markus Löffelhardt (BMW) schieden mit technischen Problemen vorzeitig aus.


 In der heiß umkämpften Klasse F8 zeigten die Piloten einmal mehr was in ihnen steckt. Allen voran Fritz Köhler und Petra Hägele im infernalisch brüllenden BMW 320i. „Wir werden bewusst auf dem Schotterrundkurs nicht viel riskieren und danach zur Attacke blasen“, erklärte Fritz bereits im Vorfeld der Veranstaltung. Gesagt, getan – vom zwölften Gesamtrang nach WP1 pflügte er als schnellstes zweiradgetriebene Fahrzeug auf Platz fünf nach vorne und gewann die Klasse vor seinem Sohn Sven Kress, der mit Chioma Monix im BMW 320is ebenfalls eine super Leistung ablieferte.

 

Ergebnis 50. ADAC Nibelungenring-Rallye
01. Satorius Björn / Meter Lina            Subaru Impreza WRX    35:49,3
02. Noller Rainer / Poschner Marcus     Mitsubishi Lancer Evo 8    + 14,2
03. Schuhej Jörg / Schuhej Marcel        Mitsubishi Lancer Evo 9    + 55,5

 

Top-Leistungen in Weiz und in Oberehe

Björn Satorius hat bei zwei Rallies die selbstgesteckten Ziele mehr als erreicht
 

Rallye Weiz: Mit dem 5. Platz in der Gesamtwertung hatte Björn Satorius im letzten Jahr bei der renommierten Rallye Weiz in der österreichischen Steiermark erstmals auf internationaler Ebene auf sich aufmerksam machen können. Auf der Zielrampe hatte Björn damals versprochen, im nächsten Jahr wieder zu kommen. Aufgrund der starken beruflichen Anspannung musste das Programm für 2017 erheblich reduziert werden. Aber die Rallye Weiz war als Saison-Höhepunkt fest eingeplant.

auch auf österreichischem Schotter richtig schnell (Foto Ch. Schömer)

Ein Blick auf die Starterliste machte deutlich, dass eine Wiederholung des letztjährigen Erfolgs kaum möglich war, denn der gute Ruf der Veranstaltung über die Grenzen Österreichs hinaus hatte eine ganze Armada von leistungsstarken WRC- und R5-Fahrzeugen an den Start gebracht. Highlight sicher das Weltmeisterauto des Vorjahres, der VW Polo WRC von Raimund Baumschlager.


Vor der Rallye nach seinem Ziel gefragt, sagte der Bickenbacher, dass eine Top-Ten-Platzierung bei dieser starken Besetzung sicher ein Wunschtraum bleiben wird.  Auf der ersten Schleife von 3 WPs bremsten ihn noch technische Probleme etwas ein. Außerdem war es aufgrund der längeren Pause für ihn nicht so einfach, gleich von Anfang an ans Limit zu gehen. Aber gegen Ende des ersten Tages hatte Björn sich auf die wunderschönen und fahrerisch extrem anspruchsvollen WPs in der Steiermark eingeschossen und schob sich immer weiter nach vorn. Für eine Top-Ten-Platzierung hatte es aber nicht gereicht.


Auch am zweiten Tag spulte Björn und seine Beifahrerin Lina Meter die WPs nahezu fehlerlos ab. Ausfälle der Konkurrenten waren aber nicht mehr zu verzeichnen, sodass sie vor dem abschließenden Rundkurs auf Platz 12 lagen. Aber diese letzte WP schien Björn offensichtlich perfekt zu liegen. Mit der sechstbesten Zeit im Gesamt ist es auf den letzten WP-Kilometern dann schlussendlich gelungen, das fast unerreichbare Ziel, die Top-Ten-Platzierung, doch noch zu schaffen. Wie hoch dieser 10. Gesamtplatz zu bewerten ist, zeigt die Tatsache, dass auf den Rängen vor ihm nur Werksfahrer und WRC- und R5-Fahrzeuge lagen.


Ein ganz besonderes Lob auch an seine erst 18 Jahre alte Beifahrerin Lina Meter, die bei ihrem ersten Auslandseinsatz ihre Aufgabe höchst professionell erledigt hat, als wäre sie schon ewige Zeiten dabei.
 
Rallye Oberehe: Drei Wochen später stand der nächste Einsatz auf dem Programm. Ein Lauf zum DMSB-Rallye-Pokal, die traditionsreiche Rallye Oberehe in der Vulkaneifel. Schon sein Vater Gerhard Satorius mit dem Verfasser dieser Zeilen auf dem Beifahrersitz war Anfang der Achtziger Jahre mehrfach dort am Start. Und es wurde gefrotzelt, dass Björn nach dem erfolglosen Anlauf im letzten Jahr diesmal mindestens den 5. Gesamtplatz seines Vaters aus dem Jahr 1981 toppen sollte. Auch in der Eifel war starke Konkurrenz aus der nationalen Szene am Start, allen voran der Seriensieger Frank Färber, der mit zwei Fabelzeiten auf den ersten zwei WPs seine Ambitionen gleich unter Beweis gestellt hatte.

Versuch einer aerodynamischen Optimierung (Foto: Christa Meter)

Dahinter entbrannte ein Dreikampf um die weiteren Plätze zwischen Björn auf seinem Subaru Impreza, dem Routinier aus dem Oberbergischen Michael Bieg (Mitsubishi) und dem Schwarzwälder BMW-Fahrer Oliver Bliss. Gleich auf der ersten WP hatte Björn wertvolle Zehntel liegenlassen, als er mit dem Heck eine Streckenbegrenzung getroffen hatte und danach die Stoßstange spektakulär hinter sich her schleifte und dabei auch noch die Heckklappe entriegelt hatte.


Doch auf den weiteren WPs lief es immer besser und mit einer Bestzeit auf WP 5 schob er sich auf Platz 2 hinter dem uneinholbaren Frank Färber. Aber Michael Bieg schlug auf der letzten WP noch einmal zurück und lag im Ziel nur knappe 5 Zehntel von Björn Satorius, der sich auf den letzten Metern der WP auch noch einen Plattfuß eingefangen hatte.


Aber mit Platz 3 war das gesteckte Ziel, ein Platz auf dem Treppchen, sichergestellt und das Ergebnis des Herrn Papa vor 36 Jahren -wie gefordert- getoppt worden.

 

Oster-Rallye Tiefenbach: Satorius hängt die Gaßners ab

Oster-Rallye Tiefenbach: Satorius hängt die Gaßners ab
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Satorius drittbester hessischer Fahrer

vom DMSB in die Liste der Top 25-Rallyefahrer 2017 aufgenommen.


Zu Saisonbeginn 2017 hat der DMSB die Liste der 25 besten deutschen Rallyefahrer veröffentlicht. Diese Aufstellung soll dazu dienen, den Veranstaltern eine Richtlinie bei der Vergabe der vorderen Startnummern geben. Auch unser MCE-Mitglied Björn Satorius hat die große Ehre, in diesem Jahr in den erlesenen Kreis aufgenommen worden zu sein.


Bemerkenswert ist auch, dass er nach dem Deutschen Rallyemeister Fabian Kreim (Fränkisch Crumbach) und Nico Leschhorn (Hungen) als Drittbester Fahrer aus Hessen eingestuft worden ist.

Björn Satorius sensationeller Dritter der FIA-European Rallye Trophy

Erfolgreicher Saisonabschluss beim Endlauf, der österreichischen Waldviertel-Rallye

Die oberste Motorsportbehörde FIA richtet neben der Rallye-Weltmeisterschaft zwei weitere Wettbewerbe auf europäischer Ebene aus. Zum einen ist dies die Rallye-Europameisterschaft mit Veranstaltungen von Estland bis zu den Azoren, von Irland bis Zypern. Die Teilnahme an dieser Meisterschaft erfordert ein enorm hohes Budget, sodass sich hier ausschließlich Profi- und Werksteams beteiligen. Opel setzte beispielsweise seinen Werksfahrer Marijan Griebel in der EM ein und war erfolgreich mit dem Sieg in der EM-Junior-Wertung.


Für Privatfahrer gibt es einen weiteren Wettbewerb, die FIA-European Rally Trophy (ERT). Diese wird bei einer Vielzahl von Rallyeszunächst in acht europäischen Regionen ausgetragen. Die drei Erstplatzierten sowie die drei besten Gruppe N-Fahrzeuge (ERT2) und die drei besten 2WD-Fahrzeuge (ERT3) jeder Region qualifizieren sich dann für den gemeinsamen Endlauf, die Rallye Waldviertel in Österreich. Unser Mitglied Björn Satorius hatte ursprünglich keinerlei Ambitionen, an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Aber durch sein herausragendes Ergebnis bei der Rallye Weiz (Österreich) und aufgrund der Tatsache, dass diese Rallye den höchsten Koeffizienten der Central Region hatte, kam es zu der zuvor niemals erwarteten Situation, dass Björn Satorius/ Tina Annemüller am Ende der Vorläufe Drittplatzierte der ERT2 (Gruppe-N-Fahrzeuge) in der Central Rally Trophy wurden. Damit ist ihnen das Kunststück gelungen, mit der Teilnahme an nur einem der Vorläufe tatsächlich die Qualifikation für den Endlauf der European Rallye Trophy geschafft zu haben.


Somit war klar, dass die Teilnahme an diesem Endlauf der absolute Saisonhöhepunkt werden sollte und dass die erfahrene Copilotin Tina Annemüller auch wieder mit von der Partie sein wird. Die Besonderheit der ‚Waldviertel‘ ist, dass es eine Rallye mit überwiegendem Schotter-Anteil ist. Durch den Termin im November kann man fest damit rechnen, dass es auf den Prüfungen extrem rutschig sein wird. Björn ist ja nun schon ein paar Jahre im Rallyesport aktiv. Aber das Fahren auf dieser Art WPs war absolutes Neuland für ihn. Bis dahin war er in seiner ganzen Laufbahn noch keinen einzigen Kilometer Sonderprüfung mit Schotterreifen gefahren.

Trotz dichten Nebels ging es zügig zur Sache. Foto: Autengruber

Um nicht gänzlich unvorbereitet anzutreten, hatte er sich zwei Wochen vor dem Endlauf zu einem Fahrerlehrgang auf unbefestigtem Untergrund angemeldet. Instruktor war der Münchner Horst-Lars Müller, den Älteren wohl noch gut als Sieger der Corolla-Trophy und Toyota-Werksfahrer bekannt. Am Ende dieses Lehrgangs war bei Björn ein deutlicher Lerneffekt erkennbar. Allerdings waren danach am Wettbewerbsfahrzeug auch noch diverse Kampfspuren zu beseitigen. Somit wurden die Nächte in der Bickenbacher Werkstatt in den darauffolgenden Tagen ziemlich lang.


Nicht nur fahrerisch musste man sich auf eine Schotterveranstaltung einstellen, auch das Einsatzfahrzeug brauchte das richtige Set-up. Da kam es gerade recht, dass das Auto, der Subaru Impreza WRX, in der Firma das früheren Weltklassefahrers Manfred Stohl aufgebaut worden war. Schon bei der Rallye Weiz im Juli sind erste Kontakte zu Stohl-Racing geknüpft worden. Und so war es natürlich ideal, dass Manfred Stohl und sein Chefingenieur Günter Aschacher zur Waldviertel angeboten hatten, ihr Know-How bei der Fahrwerks-Feinabstimmung zur Verfügung zu stellen. Chefmechaniker Pascal Schuchmann wurde einen Tag vor der Veranstaltung zusammen mit dem Rallyeauto in Stohls Firma bei Wien abgesetzt, um dem Fahrzeug dort die bestmögliche Abstimmung zu verpassen.


Am Freitag ging es dann mit Startnummer 19 in St. Pölten über die Startrampe und das gesetzte Ziel des Teams war ebenso wie in Weiz, in der Platzierung nicht schlechter als die Startnummer abzuschneiden. Dass dies nicht einfach werden würde, zeigte schon allein ein Blick auf die Starterliste. In dem Feld aus 10 Nationenbefanden sich alleine 12 wesentlich leistungsstärkere R5-Fahrzeuge. Die vier WPs am Freitag waren eher ein Auftakt. Bemerkenswert dabei war, dass eine davon live im österreichischen Fernsehen übertragen wurde. Am Ende des ersten Tages war unser Team auf einem wirklich zufriedenstellenden 17. Platz, mit dem die Zielsetzung „Besser als Startnummer“ schon mal erreicht war.

Einen großen Sprung auf die europäische Bühne machten Björn Satorius und Tina Annemüller, Foto: M. Butschell

Die richtig anspruchsvollen WPs standen dann aber erst am Samstag auf dem Programm. Zu den erwarteten rutschigen Bedingungen kam dann auf der längsten Prüfung Wolfshoferamt noch dichter Nebel dazu. Björn war das gar nicht so unrecht: „Unter diesen Bedingungen können dann die Konkurrenten ihre größere Schotter-Erfahrung nicht so gut nutzen.“ Im Gegenteil: Gerade auf dieser WP gab es bei der Konkurrenz diverse Ausrutscher und Ausfälle. Und so kam es, dass Björn und Tina im Laufe des Tages mit konstant guten WP-Zeiten immer weiter nach vorne rückten. Bei der vorletzten Servicepause auf Platz 11 liegend schien eine Top-Ten-Platzierung plötzlich im Bereich des Möglichen. Doch auf jeden Fall wollte man das Ziel erreichen und nicht das gleiche Schicksal erleiden wie der befreundete Raffael Sulzinger. Der sympathische Fahrer aus Niederbayern war mit seinem R2-Fiesta bei allen 7 Läufen der Central Rallye Trophy angetreten mit dem Ziel, die 2WD-Wertung der European Rallye-Trophy zu gewinnen. Doch nur ein einziges Mal war ein Bremspunkt zu spät gesetzt, das Auto ging übers Dach und damit stand man am Ende einer langen Saison mit leeren Händen da.


Denn in der ERT werden alle Punkte aus den Vorläufen gestrichen und nur das Ergebnis des Endlaufs ist entscheidend für die Platzierung. Und Björn hatte sich inzwischen in der Wertung ERT2 (Gruppe N-Fahrzeuge) auf Platz 2 vorgearbeitet und lag in der Gesamtwertung aller für den Endlauf qualifizierten Fahrer sogar total überraschend auf Platz 3. Es war ihm gelungen, die wesentlich stärker eingeschätzten Russen Nikolaij Gryazin (Škoda Fabia R5) und Sergej Remennik (Mitsubishi Lancer) mit deutlichem Abstand hinter sich zu lassen. Insofern wäre es unvernünftig gewesen, nur um eventuell in die Top-Ten der Rallye zu kommen, unkalkulierbare Risiken einzugehen. Beifahrerin Tina gab deshalb in Abstimmung mit der Teamleitung die Marschrichtung vor: Ankommen ist erste Priorität. Und dies ist dann mit einem hervorragenden Gesamtplatz 12 auch gelungen.
Damit war die Sensation perfekt. Hinter Scheich Rashid Al Ketbi (Vereinigte Arabische Emirate) auf Ford Fiesta R5 und dem erfahrenen amtierenden Mitropa-Cup-Sieger Krisztián Hideg (Ungarn), der mit seinem Mitsubishi Lancer auch Sieger der ERT2 wurde, belegte Björn Satorius einen nie erwarteten dritten Platz in der Gesamtwertung der FIA-European Rally Trophy 2016. Das ist der größte und überraschendste Erfolg in der bisherigen Karriere des jungen Talents.


Die Gratulation gilt dem erfolgreichen Fahrer und in gleichem Maße der Beifahrerin Tina Annemüller, dem Teamchef und Hauptsponsor Gerhard Satorius sowie dem Chefmechaniker Pascal Schuchmann, ohne die ein solch großartiger Erfolg nicht möglich gewesen wäre.

Sensationelle Platzierung in der Steiermark

Björn Satorius/Tina Annemüller Fünfte der Gesamtwertung in einem Lauf zur österreichischen Meisterschaft und zur FIA European Rally Trophy

Ohne große Erwartungen auf eine Top-Platzierung am Start

„Tu felix Austria!“ zu deutsch: Du glückliches Österreich! Mit dieser Rede- wendung wird Österreich seit den Zeiten der Habsburger eine besonders glückliche Lebensart nachgesagt. Ob dies heute noch in allen Bereichen gilt, sei dahin gestellt. Aber im Rallyesport stimmt es auf jeden Fall. Wo gäbe es das in Deutschland noch, dass Gemeinden sich darum reißen, unbedingt wieder eine WP über ihr Gebiet laufen lassen zu dürfen. In Österreich ist das so. Die Bevölkerung ist extrem motorsportbegeistert und entsprechend gehören die WP-Strecken in unserem südlichen Nachbarland zu den anspruchsvollsten, die man in Europa finden kann.


Nachdem Björn Satorius bereits im letzten Jahr bei einer der Top-Veranstaltungen der Österreichischen Rallye-Meisterschaft (ÖRM), der Rallye Weiz, am Start war, hatte er diese Veranstaltung auch in diesem Jahr als seinen Saisonhöhepunkt wieder auf dem Programm. Mit seiner erfahrenen Service-Crew Pascal Schuchmann und Hans-Peter Baehr, dem Teamchef Gerhard Satorius und dem Verfasser dieser Zeilen als zusätzlicher Verstärkung reiste man in die südliche Steiermark. Als Co-Pilotin nahm diesmal Tina Annemüller auf dem heißen Sitz Platz. Sie war ja bereits vor zwei Jahren im Opel-Rallye-Cup Björns Beifahrerin und sie war aufgrund ihrer reichhaltigen internationalen Erfahrung und ihrer professionellen Arbeitsweise eine perfekte Komplettierung des Teams.
Mit drei World Rally Cars und drei R5-Fahrzeugen waren reichlich Sieganwärter am Start. Außerdem gibt es aktuell in der ÖRM einen ganz harten Kampf um den 2WD-Titel mit richtig schnellen Fahrern. Diverse verbesserte Mitsubishi Evo und Subaru WRX rundeten das Feld ab. Mit seinem seriennahen Subaru gehörte Björn definitiv nicht zum Favoritenkreis und war schon stolz über die Ehre, die Startnummer 12 zugeteilt bekommen zu haben. So setzte er sich vor dem Start der Rallye das Ziel, dass die Platzierung möglichst nicht schlechter als die Startnummer werden sollte. Die Chancen, bestes ausländisches Team zu werden, standen nicht ganz so gut, da starke Konkurrenz aus Ungarn, Tschechien und der Schweiz am Start war. Und als besondere Attraktion wurde einer der topvorbereiteten Skoda Fabia R5 von einem Landsmann, dem prominenten Fürsten Albert von Thurn und Taxis an den Start gebracht. Der Fürst ist nicht nur als jüngster Sohn der in der Regenbogenpresse präsenten Gloria bekannt, sondern er gilt als ein sehr erfolgreicher Fahrer auf der Rundstrecke.


Am Freitagnachmittag waren zwei Schleifen mit je drei WPs auf dem Programm unterbrochen von einer Servicepause. Groß war die Begeisterung, als Björn auf einem hervorragenden neunten Gesamtplatz beim Service eintraf. Noch bemerkenswerter war, dass er den Fürsten Thurn und Taxis hinter sich lassen konnte, obwohl dieser mit einem wesentlich leistungsstärkeren und mindestens zehnmal so teuren Wettbewerbsauto angetreten war. Für die zweite Schleife waren Gewitter angekündigt. Das Team musste die vom Service zusammengestellten Wetterdaten genau analysieren, um dann die richtige Reifenentscheidung zu treffen. Diese Entscheidung war wohl goldrichtig, denn nach Ende der Freitagsetappe konnten noch einmal zwei Plätze gut gemacht werden. Glück war allerdings auch dabei, denn direkt nach Zielankunft der letzten WP ging der leichte Landregen in einen Wolkenbruch über.

 

Außerhalb der Servicezone muss das Team selbst anpacken.

 

So trat man am Samstagmorgen als stolzer Siebter der Gesamtwertung zum Restart an. Und es kam noch besser. Der Führende der ÖRM-2WD-Wertung, ein höllisch gehender Renault Clio R3 von Daniel Wollinger fiel auf den ersten vier WPs des Morgen hinter Björn zurück. Da hatte unser MCE-Pilot wohl einmal mehr das bessere Händchen bei der Reifenwahl gehabt. Doch gerade als sich so etwas wie Euphorie über den Sprung auf den 6. Gesamtrang einstellen wollte, trübten permanente Aussetzer am Subaru die gute Stimmung. Auf den Nachmittagsprüfungen musste man die große österreichische Nachwuchshoffnung Simon Wagner mit seinem Citroen DS3-R3 vorbeiziehen lassen. Der Clio kam wieder bedenklich nahe und auch der Fürst von Thurn und Taxis hatte sich immer besser auf seinen leistungsstarken Skoda eingeschossen und zog im Laufe des Tages an unserem Team vorbei. Obwohl die Service-Crew bis an die Grenze der Erschöpfung alles versucht hatte, die Ursache für die Aussetzer zu beheben, bekam man das Problem nicht gänzlich in den Griff.


In der Vergangenheit hatte Björn in solchen Situationen schon mal versucht, die verlorenen Sekunden dadurch auszugleichen, dass er auf den Wertungsprüfungen ein höheres Risiko einging und hatte damit oft weitere Zeit oder gar die ganze Rallye verloren. Doch mit gewachsener Reife und dem geschickten psychologischen Einfühlungsvermögen seiner Beifahrerin behielt er diesmal die Ruhe und spulte trotz der leichten technischen Einschränkungen die fahrerisch anspruchsvollen Prüfungen weiterhin absolut fehlerfrei ab. Er war bereits froh darüber, dass er Platz 7 sichern konnte und die Angriffe der in Schlagdistanz liegenden Verfolger abwehren konnte.

 

Bei der ganzen Rallye mit einer sauberen Linie unterwegs. Foto: M. Butschell

 

Dass dies die richtige Strategie war, zeigte sich in der allerletzten der 16 Wertungsprüfungen. Der Fürst von Thurn und Taxis, der mit seinem wesentlich leistungsstärkeren Auto am zweiten Rallye-Tag in sieben von neun WPs schneller war, musste nach einer viel zu schnell gefahrenen Kuppe den Notausgang nehmen und hatte dabei mehr als eine halbe Minute und damit die Platzierung vor Björn verloren. Noch schlimmer kam es für den vermeintlichen Sieger der 2WD-Wertung Simon Wagner, der auf dem Weg von der letzten WP zur Ziel-ZK so starke Schaltprobleme bekam, dass er das Ziel nicht mehr erreichen konnte.


Auf und nach dieser letzten WP zeigte sich so überdeutlich, was den Rallyesport wirklich ausmacht. Denn auch wenn man wegen eigener technischer Weh-Wehchen denkt, nicht mehr das optimale Ergebnis erzielen zu können, dann erkennt man plötzlich, dass Konkurrenten sich eben auch mal einen Fahrfehler leisten oder dass die Technik Andere manchmal noch viel brutaler im Stich lässt. Nach so vielen Enttäuschungen in den letzten Rallyes fuhr ein überglückliches Team Björn Satorius / Tina Annemüller in Weiz als nie erwartete Fünfte der Gesamtwertung hinter 4 Werks- oder Ex-Werkswagen über die Rampe und wurde als bestes seriennahes und als bestes ausländisches Team geehrt. Es war das beste Resultat in einer internationalen Rallye, das Björn in seiner Karriere bisher erzielt hat.


Für den Verfasser ein Grund, den Artikel mit dem lateinischen Spruch vom Anfang auch zu beenden „Tu felix Björn (et Tina)“


Christoph Schömer

Impressionen 2015

Erfolgreiches Comeback für Björn Satorius

In den letzten Wochen und Monaten war es um das südhessische Team sehr still geworden. Bei der Saarland Pfalz Rallye Anfang März wurde die Technik des C2R2max in einem harten Positionskampf schwer in Mitleidenschaft gezogen, so dass die Saison unfreiwillig unterbrochen werden musste. In einer ziemlich genau 4 monatigen Pause wurde das Einsatz- fahrzeug aufwändig repariert und alle potentiellen Fehlerquellen aussortiert.


Am 11. und 12. Juli war es so weit und Björn Satorius konnte beim Homburger Bergrennen sein Wettkampf Comeback feiern. „Im ersten Trainingslauf war ich schon wirklich nervös ob denn alles funktionieren würde. Aber ich war schnell überzeugt wie gut das Auto lief!“ so Björn Satorius nach dem Rennen. Das Rennen das eigentlich nur zum Test gedacht war wurde zum vollen Erfolg. Mit 2 von 3 Bestzeiten konnte das Rennen in der Klasse A bis 1600ccm gewonnen werden, was das Comeback natürlich umso schöner machte!


Bereits eine Woche später stand mit der Rallye Losheim das Rallye Comeback auf dem Plan. Bereits auf der ersten WP konnte das junge Team für ein Aufsehen sorgen und sich mit der 3. Gesamtzeit zwischen die schnellen Turbo Allradler drängen. Die Klasse wurde von Björn Satorius und Chantal Baehr von Beginn an dominiert und mit 6 klaren Bestzeiten deutlich gewonnen. Im Gesamtergebnis sprang ein 6. Platz heraus der sich sehen lassen konnte. „Wir wären gerne im Gesamten noch etwas weiter nach vorne gefahren, aber die Charakteristik der WP kam unserem Auto mit kurzer Übersetzung heute nicht entgegen!“ so eine trotzdem glückliche Chantal Baehr im Ziel der Rallye in Losheim.


In den nächsten Tagen wird das Fahrzeug zur letzten Testveranstaltung der Rallye Oberehe vorbereitet, ehe sich das Team Anfang August zum ersten Mal ins Ausland wagt und bei der Rallye Weiz in Österreich an den Start geht. Man darf gespannt sein welche Resultate dort entstehen.

Videos der letzten Veranstaltungen...

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